Monatsübersicht August 2008



Der Finsternismonat August

Am 1. August 2008 ist eine Sonnenfinsternis, deren Zentrallinie über die Arktis und Asien führt. In unseren Breiten können wir am 1. August um 10:53 Uhr den Beginn einer partiellen Sonnennfinsternis erleben. Um 11:34 Uhr ist dabei das Maxium mit lediglich 6,7% erreicht. Verlauf der Sonnennfinsternis: sofi.jpg (©)2008 Google - Grafiken (©)2008 TerraMetrics, Nasa, Kartendaten (©) NAVTEQ,Tele Atlas, AND, MapLink Teleatlas, Europa Technologies Die Sonnennfinsternis ist nicht sonderlich spektakulär, daher wird an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingegangen. sofi-bedeckung-wien.jpg (©)http://eclipse.astronomie.info/2008-08-01/europe.html Oben dargestellt ist der Lauf und die Bedeckung des Mondes über Wien, wo der Bedeckungsgrad bei ca. 10% liegt.

Bitte bedenken Sie, dass die Sonnenbeobachtung gefährlich ist und nicht ohne geeignete Schutzmaßnahmen vollzogen werden darf. Dazu gehört unbedingt eine Sonnennfinsternisbrille, welche auch zur Zeit der größten Bedeckung NICHT heruntergenommen werden darf.

Schöner und quasi zur besten Sendezeit ist die am 16. August stattfindende partielle Mondfinsternis, welche immerhin einen Bedeckungsgrad von 80% erreicht. Um 21:35 Uhr beginnt in unseren Breiten der Mond in den Erdschatten einzutreten. Um ca. 23:10 Uhr 6 Minuten vor Vollmond wird die größte Phase der Mondfinsternis erreicht. Obwohl es sich um keine totale Mondfinsternis handelt, wird der Mond dennoch zunächst deutlich von einer Seite her verdunkelt und dann zur "Totalität" kupferrot leuchten. Grund dafür ist der langwellige rote Anteil an Sonnenlicht, der durch die Atmosphäre der Erde in den Bereich des Kernschattens hineingebrochen wird und den Mond beleuchtet. Auf dem Mond selber entsteht dabei eine ähnliche Stimmung wie bei einem Sonnennuntergang auf der Erde.

Der Verlauf der partiellen Mondfinsternis am 16. August 2008

Der Verlauf der partiellen Mondfinsternis am 16. August 2008 Entstehung einer Mondfinsternis
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Eine Mondfinsternis entsteht, wenn die drei Himmelskörper Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. Das geschieht zweimal, max. 3 mal im Jahr in der Nähe der sogenannten Herbst- bzw. Frühlingsknoten. Bei einer Mondfinsternis taucht der Mond nun in den Schatten der Erde ein, wird dabei aber nicht komplett verdunkelt. Da noch etwas Sonnennlicht und vor allem das reflektierte Licht der Erde den Mond noch leicht erhellt. Seine Helligkeit sinkt dabei von -12,5m auf +2m ab. Das entspricht einem 300.000-fachen Helligkeitsverlust. Im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen dauern Mondfinsternisse wesentlich länger und können ausschließlich um den nahen Vollmond stattfinden.



Himmelsübersicht

Im August werden die Tage wieder spürbar kürzer. Erreichte die Sonne am 1. Juli noch eine Mittagshöhe von 63° so steht sie am 1. August nur noch knapp 58° hoch. Sonnenuntergang ist am 15. August um 20:38 Uhr und die astronomische Dämmerung wird um 21:59 Uhr erreicht.

Damit steigen die Chancen das zarte Band der Milchstrasse bis hinab in den Schützen tief im Süden beobachten zu können. Die Milchstrasse schlängelt sich hoch durch bekannte Sternbilder. Der Blick auf unsere Heimatgalaxis sorgt dafür, dass wir im August und September einige der schönsten Objekte des Sternenhimmels sehen können.

Unzählige Galaxien im Coma- bzw. im Virgo-Haufen, einige der schönsten Kugelsternhaufen, sowie planetarische Nebel und farbenfrohe Doppelsterne bieten teilweise schon in kleinen Teleskopen eine wunderbare Auswahl für jeden Amateurastronom.

Mond und Planeten

Neumond ist im am 1. August, der nächste Vollmond findet am 16. August um 23:16 Uhr statt. Jupiter ist beherrschender Planet der Nacht. Strahlend steht er tief am Südhorizont. Seine Beobachtung leidet daher stark unter den Einflüssen atmosphärischer Störungen. Dennoch, oder gerade deswegen, bleibt er auch immer wieder ein schönes Objekt in Feldstechern und kleinen Teleskopen, die so eine Beobachtung der Stellung der Jupitermonde ermöglichen. Venus wird allmählich zum Planet der Abendstunden und zeigt sich uns wieder als allseits bekannter "Abendstern". Einen Tag nach Neumond steht sie nur ca. 4 Grad nordwestlich der dünnen Mondsichel. Eine Sichtung mit bloßem Auge wird aufgrund der Helligkeit allerdings schwierig. Neptun, seit August 2006 letzter und auch lichtschwächster Planet unsers Sonnensystems, kommt am 15. August in Opposition zur Sonne. Mit einer Helligkeit von nur 7,8m ist er für das blosse Auge nicht zu sehen. Im Teleskop wirkt er aber deutlich bläulich und auch flächig, so dass er gut von Sternen zu unterscheiden ist. Am 6. August lässt sich das eindrucksvoll überprüfen, wenn Neptun in nur 0,15° am Stern 42 Capricorni im Steinbock vorbeizieht.

Sternbilder

Dominiert wird der Nachthimmel von den Sternbildern des Sommerdreiecks Schwan, Leier und Adler. Diese drei markanten Sternbilder sind leicht am Himmel auszumachen.

Im Osten gehen mittlerweile auch schon die ersten Vorboten des nahenden Herbstes auf. So ist das markante Pegasusviereck schon deutlich zu erkennen und in der zweiten Nachthälfte gesellt sich noch das Sternbild Andromeda mit der uns nächsten Galaxie M31 hinzu.

Der Sommer hält für uns viele kleinere und unscheinbarere Sternbilder bereit, die aber aufgrund ihrer Nähe reich an möglichen Beobachtungsobjekten sind. Dazu gehören z.B. der hellste planetarische Nebel M27 im Sternbild Füchschen oder der sog. Kleiderbügelhaufen im Sternbild Pfeil. Auch das Sternbild Herkules ist nicht sonderlich auffällig, beherbergt aber mit M13 den schönsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels. Sternschnuppen

Der aktivste Monat für Sternschnuppen ist der August. Zwischen dem 9. und dem 13. August sind die Perseiden aktiv. Feuerkugeln oder sog. Boliden (Sternschnuppen mit einer Helligkeit um 0,0m) kommen verhältnismäßig häufig vor. Während des Maximums am 11. und 12. dieses Monats kann der Beobachter in der Zeit zwischen 22 Uhr und 4 Uhr bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zählen. Der Ursprung des Schauers liegt im Schweif des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die, im Volksmund Laurentius-Tränen, genannten Sternschnuppen erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km / s. Ansonsten sind mit den Kappa-Cygniden (Schwan, 2.8 - 24.8), den Cepheiden (Kepheus, 17.8.) und den Alpha-Aurigiden (Stier, 25.8.-5.9.) keine sonderlich spektakulären Sternschnuppenschauer zu erwarten.


Sternhimmel am 15. August um 22:00 MEZ:

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