Monatsübersicht Juni 2008
Sonnwende
Zur Zeit der Sonnwende kehrt die Sonne ihre Deklinationsbewegung (siehe Deklination) um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Diese Deklinationsbewegung wird hervorgerufen durch die Schiefe der Ekliptik. Daraus kann abgeleitet werden, dass die Sonne zu den Sonnwenden ihren jeweils höchsten Stand über der Ekliptik hat, woraus folgt: Im Sommer der höchste Stand und im Winter der niedrigste Stand über Horizont. Sie erreicht also ihre grösste nördliche bzw. südliche Deklination.
Bei uns geschieht das um den 21. Juni (Sommersonnwende) und dem 21. Dezember (Wintersonnwende).
Ab der Sommersonnwende werden durch den niedrigeren Stand der Sonne die Tage wieder kürzer, während ab der Wintersonnwende durch die zunehmende Höhe der Sonne die Tage auch wieder länger werden.
Die Verbindungslinie zwischen den Sonnwenden wird als Solstitiallinie bezeichnet.
Grafische Darstellung:
© Robert Blasius 2008
Der Tag der Sommersonnenwende wird seit Ur-Zeiten von den Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten. Hoch im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), haben Sonnenwendfeiern – als Mittsommerfest bezeichnet – wesentlich mehr Bedeutung als zum Beispiel am Mittelmeer. Seit der Christinisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Tag Johannes des Täufers (Johannistag), verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer sind nach ihm benannt. nach oben
Himmelsübersicht
Im Juni verlässt uns langsam aber sicher der Frühlingshimmel. Einige Sommersternbilder sind schon vor Mitternacht am Nachthimmel zu sehen. Leider bleibt im Juni zur astronomischen Beobachtung nur wenig Zeit. Am 21. des Monats vollzieht sich die Sommersonnwende, da die Sonne um 0:59 Uhr ihren höchsten Punkt des Jahres überschreitet. Daraus ergibt sich eine Tageslänge von ca. 17 Stunden, während die Nacht nur noch 7 Stunden lang ist, wobei die Dämmerungsphasen der Nachtlänge zu zuordnen sind. Somit ergibt sich eine effektive Dunkelheit von nur 3,5 Stunden, während die Sonne unterhalb 12° unter dem Horizont steht. In höheren Breiten spricht man deswegen auch von der Zeit der "weissen Nächte", da dort die Sonne nicht mehr unter 12° Grad unter Horizont sinkt und es nicht mehr richtig dunkel wird.
Mond und Planeten
Neumond ist im am 3. Juni, der nächste Vollmond findet sich am 18. Juni um 19:30 Uhr statt. Die Zeit der Planeten neigt sich dem Ende zu, so sind Merkur und Venus im Juni nicht beobachtbar. Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück und wandert aus dem Krebs in das Sternbild Löwe. Ein letztes Mal für diese Marssaison ergibt sich noch ein schönes Stimmungsbild. Saturn wird rechtläufig im Löwen. Am 8.6. gesellt sich die schmale Mondsichel neben den Ringplaneten, während Regulus und Mars ebenfalls in der Nähe sichtbar sind. Jupiter verlagert seinen Aufgang in die Zeit vor Mitternacht und steht schon gegen 22:00 Uhr im Schützen. Da er auf seine diesjährige Opposition zustrebt steigt seine Helligkeit auf -2,7 m an. Jupiter beherrscht nun den ganzen Nachthimmel.
Sternbilder
Der Ekliptik folgend gelangt man vom Löwen aus zunächst zum Sternbild Jungfrau und noch tiefer zur südlichen Waage und dem Sternbild Skorpion. Der rötliche Hauptstern des Skorpion, der Überriese Antares, bildet mit der weisslich funkelnden Spica in der Jungfrau ein schönes Pärchen. Im Osten ist schon der Adler aufgegangen, dessen Alpha-Stern Atair mit Wega in der Leier und Deneb im Schwan das dominante Sommerdreieck bildet. Hoch im Zenit beherrschen Bootes, die Nördliche Krone und Hercules mit dem offenen Sternhaufen M13 den Nachthimmel, während im hohen Westen der Großer Wagen die allgemein bekannteste Sternformation darstellt.
Sternschnuppen
Den ganzen Monat aktiv ist der Scorpius-Sagittarius Meteorschwarm mit Maximum am 14. Juni. Weitere Ströme sind die Tau-Herkuliden (19.5.-14.6.), vom 11. bis 21.6. die Juni-Lyriden, ab 25.6. die Corviden und schließlich um den 28.6. die Juni-Draconiden. Alle Meteorströme sind nicht sonderlich ausgeprägt und spektakulär, aber ein vermehrtes Vorkommen von Sternschnuppen kann durchaus beobachtet werden.
Sternhimmel am 15. Juni um 22:00 MEZ

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