Monatsübersicht November 2009
Die Sieben Schwestern
Der Devils Tower im US-Bundesstaat Wyoming ist ein Sedimentstein-Monolith mit 265 Metern Höhe.
Er galt bei den Indianern als Wohnsitz der Grizzlybären und ist für sie ein heiliger Ort.
Seine auffallende Form macht ihn zu einem Bestandteil der indianischen Mythologie.
Die Kiowa-Indianer nennen den Devils Tower Mateo Tepee (engl. Bear Lodge, dt. Heim des Grizzlybär-Bären). Ihrer Sage nach entstand Mateo Tepee, als ihre Vorfahren in dieser Gegend ein Dorf errichteten. Eines Tages spielten sieben kleine Indianermädchen in einiger Entfernung zum Dorf. Sie wurden von mehreren Bären entdeckt und die Mädchen eilten zum Dorf. Die Bären jedoch erreichten die Mädchen weit vor dem Dorf. In ihrer Not kletterten die Mädchen auf einen kleinen Felsbrocken. Sie flehten den Stein an: "Fels, habe Mitleid mit uns, Fels rette uns". Der Fels erhörte die Mädchen und fing an in die Höhe zu wachsen. Die Bären sprangen den Felsen in ihrer Wut an, brachen riesige Felsbrocken aus ihm heraus und kratzten mit ihren Krallen tiefe Rillen und Spalten in den Felsen, jedoch konnten sie die Mädchen nicht erreichen. Der Fels wuchs und wuchs bis in den Himmel hinein. Die Mädchen sind noch immer im Himmel, als sieben kleine Sterne am Firmament:
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Die Plejaden:
erstellt mit Stellarum 10.2
Mit bloßem Auge sind, je nach Sichtbedingungen, zwischen 6 und 9 Sterne sichtbar. Wieder einmal überkommt den Astronomen dabei ein ehrfürchtiges Gefühl, wenn er daran denkt, dass dieser Sternhaufen 380 Lichtjahre entfernt ist. Betrachtet man alte Stiche so bilden die Plejaden das Herz des Stiers. Der auffällig gelblich-rot leuchtende Hauptstern des Stieres „Aldebaran“ symbolisiert dabei die glutroten Augen eines wütenden Stieres.
Als offener Sternhaufen sind sie recht eindrucksvoll am Herbst- und Winterhimmel zu sehen. Deutsche Namen der Plejaden sind Siebengestirn, Sieben Schwestern und Gluck Henne. Sie tragen die Katalognummer 45 und gehören mit zu unserer Milchstraße.
Offene Sternhaufen wie die Plejaden kennzeichnen sich dadurch, dass sie alle aus derselben Molekülwolke entstanden sind. Sie sind wesentlich jünger als ihre Verwandten die Kugelsternhaufen (siehe Monatsthema Mai 2009) und unterscheiden sich neben ihrer Größe vor allem in der Lokation, dem Alter und ihrer Entstehung von den Kugelsternhaufen. Offene Sternhaufen sind nur in Spiral- oder irregulären Galaxien zu finden. Meist blüht ihnen ein tragisches Schicksal, da sie durch Zusammenstöße mit Gaswolken oder anderen Sternhaufen zerstört werden und so nur ein Alter von ca. 100 Mio. Jahren erreichen.
Die Plejaden sind seit der Prähistorie bekannt. Erstmalige schriftliche Aufzeichnungen kommen aus Sumer, wo die Plejaden als die „Siebengottheit der großen Götter“ oder als „die Sterne, woher der Ostwind kommt“ bezeichnet wurden. Heutzutage tragen die Hauptsterne der Plejaden Namen der griechischen Sage: der Titan Atlas und seine Frau Plejone, sowie deren sieben Töchter Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maja, Merope und Taygete. Aufgrund ihrer Herkunft sind sie somit Nymphen und wurden mit der Aufgabe bedacht Dyonysos und Zeus zu erziehen.
In ausgezeichneten Nächten kann man um die Hauptsterne der Plejaden mit einem lichtstarken Fernglas und geringer Vergrößerung die blauen Reflektionsnebel erkennen, welche den Sternhaufen so berühmt machen. Dadurch laden die Plejaden auch immer wieder gerne zu einer Fotosession am Teleskop ein.
Nach der wiedermal gelungenen Zeitumstellung im Vormonat wird es nun schon deutlich frü-her dunkel und die beste Jahreszeit für die Astronomie beginnt. Hoffen wir also auf wenig Ne-bel und Regen im November, um, bei noch nicht so eisigen Temperaturen, die Glanzlichter des Herbst- und Winterhimmels genießen zu können. Am 02.11. um 20:14 Uhr MEZ ist Vollmond. Der nächste Neumond wird am 16.11. um 20:14 Uhr MEZ eintreten.
Gleich zu Monatsbeginn begegnet Mars dem offenen Sternhaufen M44 im Krebs. Mars steigert seine Helligkeit im Laufe des Monats deutlich und wird somit zu einem auffälligen Objekt am Nachthimmel. Bereits um Mitternacht kann man den kleinen Kerl im Osten erspähen.
Jupiter verabschiedet sich langsam von der Nachtbühne. Seinen Untergang hat er am Monats-ende bereits um 22 Uhr.
Dies bereitet den Weg für den Ringplaneten Saturn, der gegen Monatsende gegen 1:50 aufgeht. Im November hat der Sternhimmel schon deutlich winterliche Züge angenommen. Der südlich-ste Vertreter des Sommerdreiecks Atair steht vor seinem Untergang und die Herbststernbilder wie Kassiopeia, Perseus, Andromeda, Pegasus und der Widder prägen den Nachthimmel.
Bei guten Bedingungen schon mit bloßem Auge sichtbar ist M31, der große Andromedanebel, welcher kein Nebel, sondern unsere Nachbargalaxie ist. Unweit M31 trifft man auf die ebenso spektakuläre, aber leider etwas kleinere und lichtschwä-chere Galaxie M33 – die Dreiecksgalaxie im Sternbild Triangulum. Ebenfalls mit bloßem Auge zu sehen sind die beiden Sternhaufen h + ?, welche aber erst im Fernglas oder Teleskop ihre wahre Pracht entfalten und sich in allen möglichen Sternfarben vor dem schwarzen Himmelshintergrund präsentieren. Neben den Perseiden gibt es noch einen weiteren spektakulären Sternschnuppenstrom: Die Leoniden (siehe auch Monatsthema November 2008).
Beginnend am 10. November am Morgenhimmel steigert sich der Sternschnuppenschauer bis er in der Nacht vom 18. auf den 19. November sein Maximum erreicht.
Die Sternschnuppen sind mit 70 km/s außerordentlich schnell.
Es wird mit ungefähr 50 Sternschnuppen pro Stunde gerechnet.
In den vergangenen Jahren konnten regelrechte Stürme von mehreren Tausend Sternschnuppen beobachtet werden. Da die Erde aber nur alle 33 Jahre mit dem Zentrum der Trümmerwolke des Kometen 55P/Tempel-Tuttel kollidiert, ist die Aktivität in diesem Jahr etwas geringer als in den vergangenen Jahren.
© Timm Kasper /
Himmelsübersicht November 2009
Mond und Planeten
Objekte des Monats
Sternschnuppen
Sternhimmel am 15. November 22:00:

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