Monatsübersicht September 2009



Die Milchstraße

In mondlosen Nächten schlängelt sich gerade zur Herbstzeit besonders prächtig die Milchstraße als silbriges Band über den Nachthimmel. Ihr unregelmäßig breiter, schwach milchig-heller Streifen verläuft unter anderem durch die Sternbilder Schütze, Adler, Schwan, Kassiopeia, Perseus, Fuhrmann, Zwillinge, Orion und den Skorpion. In Richtung des Schützen befindet sich auch das Zentrum unserer Galaxis. Eine Galaxis ist eine Ansammlung von Sternen, Gasnebeln, Molekülwolken, interstellarer Maße und vieles mehr. Die Wissenschaft geht momentan von 100 Mrd. bis 300 Mrd. Sternen aus, die in unserer Milchstraße beheimatet sind. So gehören nahezu alle der 6000 Sterne, die mit bloßem Auge gesehen werden können zu unserer Milchstraße. Für die Astronomen ist die Milchstraße leider nicht leicht zu erforschen, da wir uns ja in diesem Objekt befinden. So sind einige Kenntnisse durch die Erforschung und die Beobachtung anderer Galaxien abgeleitet worden.

![Milchstrasse-Grafik.jpg](/media/images/himmelsuebersicht/2009/Milchstrasse-Grafik.jpg "Grafik der Milchstrasse von oben") © [nasa.gov](http://www.nasa.gov "nasa.gov") / JPL-Caltech/R. Hurt

Links sehen sie die Milchstraße wie sie ein Besucher von außen sehen könnte. In der Mitte befindet sich das Zentrum (das sog. Bulge). Früher ging man von vier bis fünf Spiralarmen aus. Mittlerweile wird die Milchstraße als eine 2-armige Spiralgalaxie bezeichnet. Ausschlaggebend dafür sind Röntgenaufnahmen des Spitzerweltraumteleskops, welches 3 Arme nicht mehr zeigt. Möglicherweise sind die ursprünglich 5 Arme durch eine Staubwolke voneinander getrennt und doch zusammengehörig. Das längliche Bulge sorgt dann für die letztliche Gestalt und Bezeichnung als Balken-Spiralgalaxie.

Wie es zu der Bildung dieser Spiralstruktur gekommen ist, ist noch weitgehend ungeklärt. Eine starre Struktur kann dabei allerdings ausgeschlossen werden, da sich aufgrund unterschiedlicher Bahngeschwindigkeiten die Spiralstruktur schon aufgelöst hätte.

Unsere Sonne ist ungefähr 25.000 bis 28.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Unsere Heimat liegt also in einem Gebiet der Milchstraße in dem noch verhältnismäßig viele junge Sterne der neuesten Generation wie unsere Sonne entstehen. Im Zentrum der Milchstraße, das durch eine Staubschicht vor den Blicken von Außen geschützt ist wird ein riesiges Schwarzes Loch vermutet, das nicht nur Sterne zerstört sondern sogar die Entstehung junger Sterne veranlassen kann. Anders ist eigentlich nicht zu erklären wieso im Zentrum der Galaxie noch Sterne entstehen und wieso das Galaktische Zentrum so hell ist. Der Großteil der Sterne innerhalb der Galaxis ist annähernd gleichmäßig auf die galaktische Scheibe verteilt. Sie enthält im Gegensatz zum Halo, dem Randgebiet der Galaxis, vor allem Sterne der jüngsten Generation welche sich durch einen hohen Anteil schwerer Elemente auszeichnen.

Die wahre Natur der Milchstraße entdeckte Galileo Galilei, der als erster Mensch die Milchstraße mit einem Teleskop erkunden konnte.

![entstehungmilchstrasse.jpg](/media/images/himmelsuebersicht/2009/entstehungmilchstrasse.jpg "Die Entstehung der Milchstrasse") Jacopo Tintoretto: Die Entstehung der Milchstraße, 1575

Die Milchstraße ist seit der Antike überliefert und bekannt. Ihr griechischer Name „Galaxias“ ist von dem Wort Gala (Milch) abgeleitet und trägt dem milchigen Aussehen Rechnung. Sie sollten also bei ihrem nächsten Galadinner auf den Schampus verzichten und stattdessen ein Glas Milch bestellen.

Eine Sage der Antike erklärt die Entstehung der Milchstraße damit, dass Zeus seinen Sohn Herakles, aus der sterblichen Alkmene, an der Brust seiner Gattin Hera trinken lies während sie schlief. Darauf hin erschrak sie und stieß den fremden Säugling zurück wobei ein Strahl ihrer Milch über den Himmel verspritzte.

Einer germanischen Sage nach den Namen Iringstraße oder auch Wodanstraße und führte die gefallenen Krieger nach Walhalla. Die afrikanischen Buschmänner bezeichnen noch heute die Milchstraße als „Rückgrat des Himmels“.

Nachstehende Fotos zeigen ihnen einmal die Milchstraße aus Namibia unter trockenem und dunklem Himmel. Im Vergleich dazu der fast visuelle Eindruck der Milchstraße über Ottobeuren. Man sieht deutlich die Auswirkungen des Streulichts auf die Sichtbarkeit der Milchstraße.

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vs.

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Himmelsübersicht September 2009

Der Anblick des Septemberhimmels hat sich gegenüber dem August nur wenig verändert. Bedenkt man jedoch, dass die Tage nun schon spürbar kürzer werden fällt auf, dass zur Standardbeobachtungszeit das Sommerdreieck schon leicht Richtung Westen verschoben ist.

Mond und Planeten

Am 04.09. um 17:03 Uhr MEZ ist Vollmond. Der nächste Neumond wird am 18.9. um 19:44 Uhr MEZ eintreten. Merkur beginnt nun seine Reise weg von der Sonne nachdem er am 20. des Monats mit ihr in unterer Konjunktion gestanden hat. Das bedeutet er erreicht bis Monatsende seine erste und einzige Morgensichtbarkeit des Jahres. Venus hingegen ist nach wie vor am Morgenhimmel vertreten und strahlt prächtig während sie gegen Monatsende auf ihre obere Konjunktion zu steuert. Mars kann nun endlich in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden, da er seine Aufgangszeit nun in die Zeit um Mitternacht und davor verlegt. Am 1. geht Mars um 00:45 Uhr MESZ auf, am 30. bereits um 23:13 Uhr. Mars befindet sich in dieser Beobach-tungsperiode in den Zwillingen und bildet mit deren Hauptsternen Kastor und Pollux um die Monatsmitte fast ein rechtwinkliges Dreieck. Am 13. des Monats kommt es noch zu einer Marsbedeckung durch den Mond, welche aber von Mitteleuropa aus unbeobachtbar bleibt. Jupiter wandert rückläufig durch den Steinbock und ist auch nach seiner Oppositionsperiode das hellste Objekt am Morgenhimmel – bis Venus erscheint und Jupiter leise von Dannen zieht. Zweimal im September bekommt der Riesenplanet Besuch vom Mond – am 02. und am 30. steht er nahe der zunehmenden Mondsichel. Nichts desto trotz neigt sich die Beobachtungsperiode Jupiters dem Ende entgegen und er verkürzt seine Beobachtungszeit um eine Stunde im September. Der Ringplanet Saturn steht am 17. 09. in Konjunktion mit der Sonne und wechselt in das Sternbild Jungfrau. Somit bleibt er diesen und auch die nächsten Monate unbeobachtbar. Am 4. kreuzt die Erde die Ringebene in Richtung Nord. Bis 23. März 2025 blicken wir dann also auf die Nordseite des Rings. Uranus kommt im September in Opposition und ist Planet der ganzen Nacht. Das ist die günstigste Gelegenheit den Planeten zu beobachten, da auch gegen Monatsmitte der Mond nicht am Himmel steht. Neptun hingegen hat seine Opposition gerade hinter sich und bleibt Planet der ersten Nachthälfte.

Sternbilder

Die klassischen Sommersternbilder stehen noch strahlend am Firmament. Der Schwan hat im September seinen Meridiandurchgang und steht direkt über uns als „Kreuz des Nordens“ hoch im Zenit. Der Skorpion und die Jungfrau hingegen sind schon untergangen. Dafür werden schon die ersten Herbstboten im Osten sichtbar.

Sternschnuppen

Im September erwarten wir noch ein paar Nachzügler der Alpha-Aurigiden, welche sehr schnelle Sternschnuppen haben. Die Pisciden sind im gesamten September aktiv. Ihr Radiant liegt in den Fischen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr und 4 Uhr. Die Tauriden schließlich tauchen Ende des Monats auf.


Sternhimmel am 15. September 22:00:

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