Saturn
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| Physikalische Eigenschaften | Beobachtungsdaten | ||||||
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| Äquator - Poldurchmesser: | 120.536 - 108.728 km | Monde: | >60 | ||||
| Masse: | 5,685 x 1026 kg | Kleinster - größter Erdabstand | 7,991 - 11,086 [AE](/Lexikon/A/Astronomische-Einheit/ "Astronomische Einheit") | ||||
| Rotationsperiode: | 10 h 47 m | Oppositionshelligkeit | 0,2 - 0,5 [mag] | ||||
| Oberflächen-Temperatur: | 134° K | Alter | 4,6 Mrd. Jahre | ||||
| Quelle: wikipedia.de | |||||||
Der Herr der Ringe, so nennt mich mein Schwager, wohl wegen der meinen Leib wohlumfassenden Ringe, die sich in der nördlichen, südlichen und äquatorialen Region meines Körpers angesammelt haben. Der Herr der Ringe unseres Sonnensystems hat hingegen bemerkenswertere Eigenschaften.
Hätten Sie zum Beispiel erwartet, dass der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystem in einer Badewanne mit Wasser schwimmen würde? Sie müssen nur eine finden, die groß genug ist. Die mittlere Dichte von Saturn liegt unter der des Wassers. Seine Zusammensetzung ist dennoch ähnlich der von Jupiter und der der Sonne, welche bei 75% Wasserstoff und 25% Helium liegt. Ein kleiner Teil besteht aus Spuren von Wasser, Methan und Ammoniak.
Das innere des Planeten besteht wie bei Jupiter aus einem felsigem Kern, der von einer Schicht aus flüssig metallischem Wasserstoff und molekularem Wasserstoff überzogen ist.
Saturn ist innen heiß (12.000° K im Kern) und strahlt mehr Energie in das Weltall als er von der Sonne empfängt. Der Großteil dieser zusätzlichen Energie entsteht durch den Kelvin-Helmholtz-Mechanismus wie auf Jupiter. Dies dürfte aber nicht ausreichen, um hinreichend Saturns Helligkeit zu erklären; manch zusätzlicher Mechanismus muss am Werk sein, vielleicht das „Abregnen“ von Helium tief in Saturns Innerem.
Sollten sie jemals das physikalische Wunder vollbringen können auf der gasförmigen Oberfläche dieses Riesen stehen zu können, nehmen Sie den Lenkdrachen ihres Sohnes mit. Bei einer Rotationsdauer von 10 3/4 Stunden geht ein ordentlicher Wind und wenn es ihnen zu stark weht, gehen sie einfach in Richtung der Pole: Dort dreht sich Saturn langsamer.
Dies sorgt für eine Abplattung der Saturnkugel, welche im Teleskop schon deutlich zu erkennen ist.
Zur Entstehung der Saturnringe gibt es zwei kontroverse Theorien. Die erste besagt, die Ringe sind entstanden durch Überbleibsel nach der Planetenentstehung. Würde dies zutreffen, wären die Objekte aber weniger als 100m im Durchmesser groß. Wie wir aber heutzutage wissen gibt es sehr viele Objekte innerhalb des Rings, welche größer sind. Die zweite Theorie muss daher als die momentan gültige angesehen werden. Sie postuliert die Entstehung des Rings als Folge eines Asteroiden- "Asteroid") oder Kometeneinschlags, wodurch Objekte, sog. Moonlets, von mehreren Kilometern Größe entstanden. Der Nachweis solch kleiner Objekte ist durch die geringe Helligkeit schwer. Computermodelle sagten voraus, dass die Existenz solcher Moonlets propellerartige Strukturen im Ring verursachen müssten und tatsächlich gelang es Cassini anhand solcher Strukturen Moonlets zu identifizieren. Damit gilt diese Theorie als gesichert. Die Anordnung der Objekte in einem Ringsystems unterliegt nun unabhängig der beiden Entstehungstheorien den Gesetzen der Schwerkraft und der Fliehkraft, wobei ein ähnlicher Effekt auftritt, wie ihn ein Pizzabäcker durch das Drehen der Teigkugel zu einer flachen Scheibe hervorruft.
Saturn war der erste Planet, den ich in meinem "großen" Refraktor beobachtet habe und der Grund, meine damalige Neuerwerbung, sofort ins Herz zu schließen. Leider konnte ich es nicht in Ruhe genießen, da ich auf dem Gehweg unseres Dorfes stand, als um 19:00 Uhr die Jahresabschlussversammlung der Sportschützen war und das ganze Dorf an meinem Teleskop vorbeispazierte. Ich sah in ziemlich verdutzte Gesichter. Der eine oder andere wechselte auch die Straßenseite, wohl in der Annahme, dass es sich bei meinem Refraktor um eine Panzerfaust oder ähnliches handeln muss. Auch das Firstlight meines kleinen BORG ED 70 fand an Saturn statt: Mit einer 2x ED-Barlow und dem Baader Hyperion 5mm 2"! Ein knackscharfer Saturn, mit überwältigenden Ringen und das bei 240x Vergrößerung. Obwohl die max. sinnvolle Größe des Kleinen bei 140x liegt, war Saturn noch scharf und kontrastreich. Saturn überrascht eben immer wieder...
Die Beobachtung der Saturnmonde ist schon in kleineren Geräten immer wieder spannend. Mit dem großen 60ger der AVSO habe ich bei guten Bedingungen sieben Monde beobachten können.
Die Badewanne prahlte sehr. Sie hielt sich für das Mittelmeer und ihre eine Seitenwand für Helgoländer Küstenland.
Joachim Ringelnatz
