Ekliptik

Bezeichnet die Projektion der scheinbaren Bahn der Sonne im Verlauf eines Jahres auf die Himmelskugel.

Die Ekliptik ist ein Großkreis am Himmel. Das heißt, sie definiert eine Ebene, in der sowohl der Mittelpunkt der Erde als auch der Mittelpunkt der Sonne liegen. Diese Ebene ist damit die Bahnebene der Erde um die Sonne. Sie wird auch Ekliptikebene oder Ekliptikalebene genannt. Der Winkel zwischen Äquatorebene und Ekliptikebene ist die Schiefe der Ekliptik e (Erdneigung oder auch Obliquität).

Schiefe der Ekliptik

Die Rotationsachse der Erde (Erdachse) steht nicht senkrecht auf dieser Ebene, sondern bildet mit ihr einen Winkel von etwa 66,56 Grad. Dadurch schließt die Ekliptikalebene mit der Ebene des Erd- bzw. Himmelsäquators derzeit einen Winkel von 23,44° ein, der Schiefe der Ekliptik genannt wird. Der Name "Erdneigung" repräsentiert den Blick von der Ekliptik auf die Erde (Ekliptikales Koordinatensystem).

Die Schiefe der Ekliptik ist eine der zehn wichtigsten Basisgrößen zur Definition von Koordinatensystemen und von Berechnungen in der Astronomie. Sie wird meist mit e bezeichnet.

Da die Erde von der Kugelgestalt abweicht, bewirken die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne ein Drehmoment, das die Erdachse aufzurichten versucht. Der "Erdkreisel" ist jedoch wegen der großen Erdmasse so stabil, dass die Erdachse für einen Umlauf ca. 25.800 Jahre braucht.

Jahreszeiten und Ekliptikschiefe

Während die Erde jährlich die Sonne umrundet, bleibt die Stellung ihrer Achse im Raum fast unverändert, wenn man von den oben beschriebenen langperiodischen Effekten absieht. Dadurch weist in den Monaten zwischen März und September die Nordhalbkugel etwas mehr zur Sonne. In den Monaten zwischen September und März auf der Südhalbkugel. Dieser variable Einfallswinkel der Sonnenstrahlen und die parallele Änderung der Tageslänge sind die Ursachen für den Wechsel der Jahreszeiten.

Je stärker die Ekliptikschiefe, desto ausgeprägter werden die Jahreszeiten - und auch die Unterschiede zwischen dem Winter auf der Nord- und Südhalbkugel. Letztere hat strengere Winter (Juli bis September) als der Norden, weil im Juli die Erde ihren sonnenfernsten Punkt (Aphel) durchläuft. Da sich aber die „Apsidenlinie“ (Aphel - Perihel) ebenfalls langperiodisch verschiebt, genügt eine relativ kleine regionale Klimaänderung, dass sich eine Art „kalte Welle“ aufschaukelt. Dies hat möglicherweise einen Einfluss auf die Eiszeiten. Ist die Erde mehr als sonst von Eis bedeckt, strahlt dieses mehr Sonnenwärme ins Weltall zurück und kühlt noch mehr aus.

Grafische Darstellung der Ekliptik:

Ekliptik.jpg
© Robert Blasius 2008