Elongation

Den von einem Beobachter aus gesehenen Winkelabstand eines Himmelsobjektes von der Sonne.

Die Elongation wird westlich bzw. östlich der Sonne jeweils von 0° bis 180° gemessen. Westliche Elongation bedeutet, das Objekt geht vor der Sonne auf und kann am Morgenhimmel gesehen werden; Bei östlicher geht es nach der Sonne unter und kann am Abendhimmel beobachtet werden.

Der vom Erdmittelpunkt aus gesehene Winkelabstand zwischen einem Planeten und der Sonne, gemessen entlang der Ebene, in welcher der Planet, die Erde und die Sonne liegen.

Die Differenz der geozentrischen ekliptikalen Längen des Planeten und der Sonne.

Für ekliptiknahe Objekte und große Winkelabstände ist der Unterschied gering; befindet sich der Planet nahe der Sonne, können sich die Winkelangaben nach beiden Definitionen jedoch erheblich unterscheiden.

Zieht ein Planet für einen irdischen Beobachter scheinbar hinter der Sonne vorbei (Konjunktion), so kann er bei ausreichender Neigung seiner Bahn mehrere Grad oberhalb oder unterhalb der Sonnenscheibe vorüberziehen. Die Elongation gemäß der zweiten Definition nimmt dabei stets zu einem bestimmten Zeitpunkt den Wert Null an, da die geozentrischen Längen von Planet und Sonne bei diesem Vorgang zwangsläufig einmal zusammenfallen müssen.

Die Elongation gemäß der ersten Definition dagegen sinkt nur auf einen bestimmten Minimalwert ab (nämlich den Winkelabstand im Augenblick der größten Annäherung), um dann wieder zuzunehmen. Sie nimmt nur dann den Wert Null an, falls der Planet exakt durch den Mittelpunkt der Sonnenscheibe läuft.

Entsprechendes gilt für die Opposition eines Planeten : die Elongation nach der zweiten Definition nimmt stets für einen Augenblick den Wert 180° an, wenn sie von westlich auf östlich wechselt. Die Elongation nach der ersten Definition erreicht diesen Wert in der Regel nicht.

Beobachtungspraxis

Die Elongation ist entscheidend für die Sichtbarkeit eines Objekts. Allerdings bedeutet eine große Elongation nicht eine gute Sichtbarkeit.

So ist Merkur im Sommer und Herbst in unseren Breiten bei seiner maximalen östlichen Elongation am Abendhimmel und im Frühling und Winter bei seiner größten westlichen Elongation am Morgenhimmel nicht beobachtbar; und dies obwohl diese größer ausfallen als die größten östlichen Elongationen im Winter oder Frühling und die größten westlichen Elongationen im Sommer oder Herbst, da in unseren Breiten die Ekliptik im Sommer und Herbst am Abend und im Winter und Frühling am Morgen flach zum Horizont steht und Merkur schon während der hellen Dämmerung untergeht, bzw. erst während der hellen Dämmerung aufgeht.

In astronomischen Jahrbüchern sind üblicherweise die Zeiten und Winkelgrade der größten westlichen bzw. östlichen Elongation für Merkur und Venus angegeben.

Grafische Darstellung

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Robert Blasius 2008