Vorwort
Die Verarbeitung von Bildinformationen, welche eine oder mehrere Nächte lang gesammelt wurden ist sicherlich ebenso bedeutend und trägt entscheidend zum Gelingen eines schönen Fotos bei, wie die vorangegangene Beherrschung der Technik.
Letztlich versucht der Astrofotograf die gewonnenen Bilddaten aufzuarbeiten und zu einem Gesamtbild zu verbinden.
Dabei sollte eine gewisse Ethik eingehalten werden. Es sollte selbstverständlich sein, dass ausschließlich die Bildinformationen verstärkt werden, aber nichts dazu gedichtet oder weggelassen wird.
Ein vielleicht schon grenzwertiges Beispiel wird in diesem Tutorial an Hand des Orionnebels M42 gezeigt.
Für Fotografen der Analogentechnik gab es nur eines: Entweder war das Zentrum korrekt belichtet, dafür fehlten viele Teile des Nebels. Wollte der Fotograf in dieser Zeit aber möglichst viel vom Nebel aufnehmen, so war das Zentrum hoffnungslos ausgebrannt.
In der Zeit der digitalen Fotografie werden solche Probleme eliminiert durch die Bildbearbeitung, beispielsweise das Überlagern eines kurzbelichteten Zentrums mit dem langbelichteten Nebel.
Diese Art der Manipulation ist für manchen schon zu viel - für manche aber kein Problem.
In diesem Punkt muss jeder Astrofotograf seine eigene Linie finden. Dazu gehören auch die farbige Gestaltung der Aufnahmen, das Nachschärfen und das Ausarbeiten der letzten Details.
In diesem Tutorial werde ich zeigen, wie ich eine Aufnahme von M42 verarbeitet habe.
Die Aufnahme entstand am 08.02.2008 mit dem 5" Starfire auf der Alt-AD7 der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren mit meiner Canon EOS 300D bei ISO 800. Bilddaten: 1x 60sek, 2x 120sek, 5x 300sek Da die Zeiten von Hand gestoppt wurden gibt es kleinere Abweichungen.
An der Stelle möchte ich mich bei meinen Sternwartenkollegen Heinrich Forth und Timm Kasper (AVSO), sowie bei Jens Hackmann (www.kopfgeist.com) und last not least bei Rolf Geissinger (www.stern-fan.de) für ihre Tipps und Hilfestellungen bedanken. Den letzten Kick zu verstehen, wie man Bilder bearbeitet kam von Rolf.
